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Räume & Technik

In dem Haus für Film und Medien entsteht für den Besucher auch ein räumlicher Mehrwert, der über einen „dunklen Kinosaal“ hinausgeht.  Das Haus bietet neben einem klassischen und einem modularen Kinosaal weitere Raumfunktionen für Austausch (Foyer, Gastronomie), aktive Medienarbeit (Workshops, Seminare, Konferenzen), Recherche (Bibliothek, Videothek, Shop, Archiv) und Ausstellung (Galerie, Medienkunst, Performance). Ein Haus für Film und Medien bietet kostengünstige Präsentations-, Ausstellungs-, Workshop- und Konferenzräume für Dritte. Die  inhaltlichen Leitideen setzen sich im architektonischen Konzept fort.

  • Ein großer, repräsentativer Kinosaal (klassische Bestuhlung, große Leinwand) garantiert den Spielbetrieb in klassischer Form (Größe ca. 200 Personen). Der Saal sollte so konzipiert werden, dass sich das Medium Film hin zu anderen Sparten wie Musik (z.B. Visual Music, VJ-Konzerte, …) öffnen kann. Das Programm für diesen Saal wird langfristig im Voraus geplant und kommuniziert. Für den Saal ist ein akustisch getrennter Vorführraum mitzudenken. (ca. 250 qm)
  • Ein kleinerer Saal (keine feste Bestuhlung, keine Auframpung) wird als multifunktionaler Raum konzipiert. Der Saal ist flexibel nutzbar und sollte über mehrere Projektionsmöglichkeiten verfügen (Größe ca. 50 Personen). Hier können kleinere Festivals, Medienkunst-Projekte, Studentenpräsentationen, Installationen und Vorführungen durchgeführt werden. Der zweite Saal ist wichtig, um neue Formate zu präsentieren, Veranstaltungen mit kleinerem Publikum ein Forum zu bieten und auch kurzfristig auf Impulse und Anfragen reagieren zu können. Der kleinere Saal sollte unabhängig von dem großen Saal bespielt werden können. (ca. 100 qm)
  • Eine Gastronomie mit einem kleinen, kulinarischen Angebot ist Teil des Konzepts und macht das Haus zu einem Kommunikationsort, der Dialoge  ermöglicht und Film in weitere Kontexte transportiert (z.B „Küche & Kino“). Dabei ist es entscheidend, aus Defiziten der Vergangenheit zu lernen, sich an erfolgreichen Beispielen (z.B. Literaturhaus, Kunstmuseum) zu orientieren und die Gastronomie konzeptionell abzustimmen und strukturell in ein Haus für Film und Medien zu integrieren. (ca. 150 qm)
  • Ein einladendes Foyer ist die Visitenkarte nach Außen, ermöglicht dem Publikum einen offenen Zugang, lädt zum Verweilen und Kommunizieren ein, erzeugt filmische Bezüge und schafft klare Zugänge in weitere Bereiche des Haus für Film und Medien. Das Foyer sollte als Galerie gleichzeitig eine Präsentationsmöglichkeit für kleinere Ausstellungsprojekte bieten und für Empfänge und Filmpremieren genutzt werden können. (ca. 100 qm)
  • Ein integrierter Shop mit Verleih- und Verkaufsartikeln erweitert das Angebotsspektrum in Richtung DVD, Filmliteratur, Filmplakate, Fotobände und Merchandise-Produkte. Der Erfolg von Museumsshops zeigt die Bedeutung dieser integrierten Konzepte. (ca. 50 qm)
  • Für Workshops, Seminare, Konferenzen, Gespräche und Partnerveranstaltungen sind ca. 3-5 Workshop-Räume (à 30 Personen) notwendig. Diese werden nach Möglichkeit z.B. für Unternehmenspräsentationen auch vermietet und können so zu einer Einnahmequelle des Haus für Film und Medien werden. (ca. 150 qm)
  • Ein ruhiger Recherchebereich mit einer Film-Bibliothek, einer Videothek und Sichtungsplätzen macht analoge und digitale Medien, Bibliotheken und Archive für den Besucher verfügbar und bietet die Möglichkeit erlebte Inhalte zu vertiefen und Eindrücke zu verarbeiten. Wichtig für ein modernes Haus für Film und Medien ist es gezielt online und offline Zusatzinformationen zu Programmen anzubieten. (ca. 100 qm)
  • Zusätzlich braucht ein Haus für Film und Medien nicht-öffentliche Flächen und Nebenräume wie Büros für die Verwaltung, ein Techniklager, WCs, eine Garderobe und einen Aufenthaltsraum für Gäste bzw. Referenten. (ca. 200 qm)
  • Das Haus für Film und Medien ist mit umfassender, moderner, stationärer und mobiler Projektionstechnik auszustatten. Gerade im digitalen Zeitalter ist es wichtig die analoge Herkunft der Bilder zu erklären. Dazu ist eine hochwertige analoge und digitale Projektionstechnik notwendig.

Damit ergibt sich ein Kern-Raumprogramm von ca. 1100 qm Netto. Abhängig vom konkreten Ort können Funktionen in ein Haus für Film und Medien zusätzlich integriert bzw. ausgelagert werden. Dies sind z.B.

  • Räume für Gründer, Film- und Medienproduktionen
  • Co-Working Space für Film- und Medienschaffende
  • Festivalbüros
  • Temporär anmietbare Projekträume
  • Räume für Musik (Konzerte, Club, …)
  • Räume für Theater, Tanz und Performance
  • Räume für Galerien, Ausstellungen und Ateliers
  • Shops

Die gesamte architektonische Konzeption sollte darauf zielen, einen für das Publikum – aber auch Kooperationspartner und Sponsoren – attraktiven, sinnlich-medialen Ort zu kreieren, der den gezeigten Filmen eine hochwertige Präsentationsumgebung bietet und räumlich so flexibel ist wie das bewegte Bild selbst. Erst eine ansprechende Architektur versetzt das Haus für Film und Medien in die Lage zusätzliche Drittmittel z.B. durch die Raumvermietung zu erzielen.

Im Rahmen des Semesterprojekts „Film ab – FilmKunstHaus für Stuttgart“ haben Architekturstudenten der Uni Stuttgart Raumkonzepte für ein Haus für Film und Medien geschaffen. Der Entwurf „Film ab…“ soll ein Baustein auf dem Weg zu einem Haus sein,  Potentiale und Ideen aufzeigen und der Öffentlichkeit nahebringen.

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