Zum Inhalt springen

Geschichte(n) entdecken – Film und Kontext

Das Haus für Film und Medien ist eine Galerie der Filmkultur und selektiert, kuratiert und kontextualisiert Bewegtbild.

Jährlich werden im Kino mehr als 200 deutsche Filme (inkl. Filme mit deutscher Beteiligung) bundesweit erstaufgeführt. Nach eigener Schätzung erreichen weniger als die Hälfte der aktuellen, inländischen Filme eine Leinwand in Stuttgart, von dem kulturell vielfältigen Schaffen im inner- und außereuropäischen Ausland jenseits Hollywoods ganz zu schweigen. Zudem ist die Spielpraxis der Kinos aufgrund der Distributions-, Abspiel- und Besucherstrukturen in Deutschland stark eingeengt auf aktuelle Erstaufführungen und Top10-Platzierungen.

Ein Haus für Film und Medien entdeckt gesellschaftlich, politisch und ästhetisch relevante Filmperlen jenseits der kommerziellen Spielpraxis und nutzt die kuratorische Qualifikation eines erfahrenen und kompetenten Programmmachers, um diese Filmperlen in Stuttgart im Rahmen eigener Premieren zugänglich zu machen und in bekannte oder auch neue, überraschende Zusammenhänge einzuordnen. Dabei sollten die Premieren als besondere Events die Filmperlen adäquat feiern und ein Erlebnis bieten, das Interesse weckt und die Sinne anspricht.

Zudem verspricht die Anknüpfung an aktuelle Programmpunkte der kommerziellen Kinomacher eine bereichernde, komplementäre Zusammenarbeit für kommunale und kommerzielle Filmtheater, bietet dem Zuschauer die Möglichkeit Film in einem umfassenden Universum zu entdecken und fördert langfristig ein medienkompetentes Publikum.

Dabei können sich die Reihen thematisch ausrichten, an Genres orientieren oder im Rahmen einer Retrospektive eine Person in den Fokus nehmen. Insbesondere die Verknüpfung von Film-, Stadt- und Kunstgeschichte verspricht spannende Kontexte mit lokalem Bezug. In Zeiten konvergenter Medien- und Kunstformen darf die Kontextualisierung nicht an Genre- oder Spartengrenzen Halt machen. Aufgabe eines Haus für Film und Medien wird es auch sein neue Schnittstellen zu bearbeiten, z.B. in Kooperationen mit Games-Produzenten, aber auch mit Mode- und Musiklabels (Konzert & Musikvideo-Release / Modenschau & Filmpremiere).

Die kuratierte Kontextualisierung von Filmen stiftet einen Mehrwert, der auch in Zukunft kommunale Kinoarbeit nicht-substituierbar macht. Ein Programm, das Reihen entlang klassischer und neuer Kontexte bildet, ist weder durch DVD-Boxen noch Film-Downloads bedroht oder ersetzbar, sondern entwickelt gerade in einer informationsüberfluteten, diversen und beschleunigten Zeit eine Qualität der verlässlichen und kreativen Selektion.

Beim ProgrammMacherTag wurden in dem Workshop „Kontext und Innovation“ folgende Ergebnisse erarbeitet: