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Die Situation

Seit vierzig Jahren sind Kommunale Kinos neben den Erstaufführungs- und den Programmkinos ein essentieller Bestandteil der deutschen Kinolandschaft. Eines der ersten Kommunalen Kinos war das Stuttgarter, das 1971 gegründet wurde; es war bundesweit unter den größten Kommunalen Kinos, bezogen auf Besucher- und Vorstellungszahl. Noch 2007 war das Kommunale Kino Stuttgart Gastgeber des Bundeskongresses der Kommunalen Kinos. Doch seit der Schließung Mitte 2008 herrscht in Stuttgart eine Situation, die einzigartig ist in Deutschland:

Die baden-württembergische Landeshauptstadt ist die einzige deutsche Großstadt ohne Kommunales Kino. In Städten wie München, Berlin, Frankfurt oder Hamburg, aber auch in Freiburg, Mannheim und Karlsruhe bieten Kommunale Kinos den Raum für Bewegtbild und den Diskurs. 140 Kommunale Kinos in Deutschland, und keines in Stuttgart? Das wollen wir ändern.

Auch Stuttgart benötigt einen solchen öffentlichen Raum für Bewegtbild. Der Verein engagiert sich für den Neustart eines Kommunalen Kinos und die Weiterentwicklung als Haus für Film und Medien. Wir denken den  gesellschaftlichen und technischen Wandel seit der Gründung der ersten Kommunalen Kinos mit und liefern Leitlinien für zukünftige Aufgaben auf der Basis eines breiteren Film- und Medienbegriffs.

Die Insolvenz des Kommunalen Kinos in Stuttgart (2008) und die Streichung der Haushaltsmittel (2009) nahm die Film Commission Region Stuttgart zum Anlass im Jahr 2009 eine Projektgruppe „Neues Kommunales Kino“ als runder Tisch von Akteuren und Institutionen aus den Bereichen Film, Medien, Bildung und Kultur zu initiieren. In einem Beteiligungsprozess wurde ein Konzept für ein Neues Kommunales Kino in Stuttgart erarbeitet und präsentiert. Die traditionelle Idee des Kommunalen Kinos kann  – bedingt durch den technischen und gesellschaftlichen Wandel – nicht ohne weiteres in die Zukunft übertragen werden kann.

Im Mai 2011 wurde der Verein „Neues Kommunales Kino Stuttgart e.V.“ gegründet, im Sommer 2011 wurde mit fünf Pilotprojekten die Möglichkeiten kommunaler Filmarbeit vorgestellt. Im ersten Bürgerhaushalt der Stadt Stuttgart belegte das Kommunale Kino 2011 den 9. Platz aus insgesamt 1745 Vorschlägen bzw. den 2. Platz im Bereich Kultur. Im Herbst wurden mit einem ProgrammMacherTag gemeinsam mit Bürgern und Initiativen – und angeleitet von Kuratoren – Programmideen entwickelt.  Zu dem inhaltlichen Konzept wurde ein Finanzierungsplan ausgearbeitet und ein 3-Schritte-Modell für den Aufbau entwickelt. Leider führte die Vorbereitung nicht dazu, dass die Stadt Stuttgart für den Haushalt 2012/13 Mittel bereitgestellt hat. Im Januar 2012 sagte der Gemeinderat den Haushaltsantrag ab.

Im Jahr 2012 wurden dann im Rahmen des Semesterprojekts „Film ab – FilmKunstHaus für Stuttgart“ der Universität Stuttgart von Architekturstudenten erste Raumideen für ein Haus für Film und Medien geschaffen, der Begriff „Haus für Film und Medien“ hat als Arbeitstitel das „Kommunale Kino“ abgelöst. Im Herbst 2012 lenkte die Veranstaltung „Medienosten“ die Initiative in den Stuttgarter Osten.

Beim zweiten Bürgerhaushalt der Stadt Stuttgart belegte das „Kommunale Kino“ im April 2013 den 10. Platz unter 2943 Vorschlägen. Im Mai 2013 präsentieren Bezirksvorsteher Martin Körner (Stuttgart-Ost), Markus Merz (Vorstand Neues Kommunales Kino Stuttgart e.V.) und Helmut Nanz das Zukunftskonzept für Villa Berg und Park, das eine Nutzung der Villa Berg als offenes Haus für Film und Medien vorschlägt. Im Juni 2013 lädt der Verein Akteure zum Stadtteildialog „Haus für Film und Medien“ ein, um die Idee im Bezirk zu diskutieren und weiterzuentwickeln.

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